In dem türkischen Antalya kommen derzeit fast 200 Staaten zur 31. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen zusammen. Die zwei Wochen dauernde Konferenz der Vertragsstaaten, kurz COP, dient als internationales Verhandlungsforum für Länder, die der 1992 beschlossenen Klimarahmenkonvention beigetreten sind. Ziel ist es, gemeinsame Schritte gegen die Erderwärmung auszuhandeln und völkerrechtlich bindende Beschlüsse zu fassen.

Der Prozess der Entscheidungsfindung ist durch das Konsensprinzip geprägt, was bedeutet, dass jede einzelne Stimme zählt und ein Staat wichtige Entscheidungen blockieren kann. In der ersten Woche verhandeln Fachleute aus Diplomatie, Wissenschaft und Recht über Texte und Kompromisse. In der zweiten Woche übernehmen Minister und Staatschefs die Verhandlungen über strittige Punkte, wobei sie oft in Blöcken wie der Europäischen Union oder einer Allianz kleiner Inselstaaten organisiert sind.

Der zentrale Bezugspunkt bleibt das Pariser Klimaabkommen von 2015, welches die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, idealerweise auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau, begrenzen will. Die Staaten sind verpflichtet, eigene Klimaschutzpläne zur Verringerung von Treibhausgasemissionen vorzulegen und diese alle fünf Jahre zu aktualisieren. Dies schafft einen globalen Rahmen, der die Fortschritte der teilnehmenden Länder vergleichbar und überprüfbar macht.

Trotz dieser Struktur fehlen internationale Strafen für das Verfehlen nationaler Ziele, da das Gremium keine nationalen Gesetze vorschreiben kann. Das Pariser Abkommen setzt primär auf Transparenz und politischen Druck, anstatt konkrete CO₂-Einsparungen zu erzwingen. Die Diskrepanz zwischen diesen Zielen und der realen Politik wird laut dem Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms UNEP deutlich.