In mehr als 50 italienischen Städten kam es am Freitag zu massiven Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die Demonstrationen, zu denen unter anderem die Basisgewerkschaft USB aufrief, richteten sich gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die aktuelle politische Ausrichtung. In Turin nahmen laut Organisationsteam rund 50.000 Menschen teil, während in Mailand mehr als 30.000 Personen auf die Straßen gingen.
Die Proteste waren teils von Gewalt und symbolischen Akten geprägt, wobei in Neapel Transparente mit Abbildungen von Meloni und Hochschulministerin Anna Maria Bernini verbrannt wurden. In Padua wurde ein Bild von Bildungsminister Giuseppe Valditara in Brand gesetzt. In Rom versuchte eine große Gruppe, zum Parlament zu marschieren, was die Polizei mit dem Einsatz von Wasserwerfern verhinderte, während Demonstranten Mülltonnen anzündeten.
Die Gewerkschaft USB kritisiert die sogenannte „Kriegswirtschaft“ der Regierung und wirft dem Kabinett vor, Banken und Mineralölkonzerne unverhältnismäßig zu bevorzugen. Die Forderungen der Protestierenden umfassen höhere Löhne, Maßnahmen gegen steigende Preise sowie verstärkte Investitionen in öffentliche Dienstleistungen. Eine Studierendenorganisation betonte zudem den Widerstand gegen Ausbeutung, befristete Verträge und die Politik von Aufrüstung und Krieg.
Bei den Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften wurden mindestens 13 Menschen verletzt, darunter zehn Polizistinnen und Polizisten. Eine Person erlitt eine Kopfverletzung durch eine Tränengasgranate, und in Rom wurden acht Personen festgenommen. Während Traktoren in den Städten präsent waren und in Turin Mist vor dem Rathaus ausgekippt wurde, verhinderte das Verkehrsministerium einen geplanten Eisenbahnstreik durch eine offizielle Anordnung.




Kommentare
Vielen Dank für Ihren Kommentar.