Ein erheblicher Teil der österreichischen Bevölkerung lässt beträchtliche Summen auf Girokonten liegen, ohne von attraktiven Zinsen zu profitieren. Laut dem aktuellen Santander-Finanzbarometer, basierend auf einer Befragung von 1000 Personen durch das Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) im Oktober, besitzt mehr als die Hälfte der Befragten mindestens 1000 Euro auf Konten mit einer Verzinsung von weniger als einem Prozent. Konkret halten 27 Prozent der Befragten zwischen 1000 und 5000 Euro, während weitere 26 Prozent sogar mehr als 5000 Euro unverzinst parken.
Das Ausmaß dieses Verhaltens spiegelt sich in den Daten der Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) wider. Bis August 2026 beliefen sich die täglich fälligen Einlagen privater Haushalte auf rund 201 Milliarden Euro, bei einer durchschnittlichen Verzinsung von lediglich 0,45 Prozent pro Jahr. Olaf Peter Poenisch, CEO von Santander Österreich, kritisiert, dass viele Menschen größere Beträge unverzinst liegen lassen, obwohl moderne Sparprodukte attraktivere Renditen bei gleichzeitiger Flexibilität bieten würden.
Die Gründe für diese Passivität liegen primär im Wunsch nach Liquidität: 65 Prozent der Befragten wollen jederzeit auf ihr Geld zugreifen können, während 41 Prozent das Guthaben als Reserve für unerwartete Ausgaben betrachten. Zudem halten 24 Prozent alternative Sparformen für nicht lohnenswert, obwohl Tagesgeldkonten die gewünschte Verfügbarkeit gewährleisten. Die Bereitschaft zur Umschichtung ist zudem an hohe Zinshürden geknüpft; ein Viertel der Befragten würde erst bei einer Verzinsung zwischen zwei und drei Prozent aktiv werden.
Trotz der Trägheit gibt es erste Bewegungen im Markt: Knapp jeder Dritte hat auf das Zinsumfeld reagiert, wobei 19 Prozent ihr Geld umschichteten und 10 Prozent neue Sparprodukte abschlossen. Bei der Informationssuche dominiert die persönliche Beratung in der Filiale für 37 Prozent der Österreicher. Bankwebsites (25 Prozent), Online-Vergleichsportale (21 Prozent) und persönliche Empfehlungen (21 Prozent) folgen als weitere wichtige Quellen, während KI-Dienste und Suchmaschinen mit jeweils rund zehn Prozent eine untergeordnete Rolle spielen.




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