Der Volkswagen-Konzern plant einen strategischen Kurswechsel bei der Produktion und nutzt die Türkei als potenziellen Brückenkopf für seine chinesischen Entwicklungen. In einer Absichtserklärung mit dem langjährigen türkischen Importeur Doğuş Otomotiv wird derzeit geprüft, ob Pkw künftig in der Türkei montiert werden können. Dies folgt nach einem gescheiterten Milliardenprojekt in Manisa aus dem Jahr 2019, das 2020 aufgegeben wurde und eine Kapazität von 300.000 Autos pro Jahr vorsah.
Im Zentrum der neuen Pläne steht eine sogenannte CKD-Fertigung („Completely Knocked Down“). Dabei werden Fahrzeuge, die Volkswagen in China gemeinsam mit FAW entwickelt hat, als Teilesätze produziert, in die Türkei transportiert und dort endmontiert. Das Portfolio des Joint Ventures FAW-Volkswagen umfasst Modelle wie den Magotan, die Jetta-Familie, verschiedene Audi-Fahrzeuge sowie den neuen Elektro-VW ID. Aura T6.
Dieser Schritt markiert den Übergang von der bisherigen Strategie „In China, for China“ hin zu „In China, beyond China“. Volkswagen reagiert damit auf den massiven Druck heimischer Hersteller in China und nutzt die Tatsache, dass die Entwicklung in der Volksrepublik mittlerweile schneller und kosteneffizienter erfolgt. China soll somit zunehmend als Technologie- und Exportzentrum für andere globale Regionen fungieren.
Die Türkei bietet hierfür eine attraktive Basis, da sie über eine etablierte Industrie mit Herstellern wie Ford, Toyota und Renault verfügt. Mit einem Marktanteil von etwa acht Prozent belegt Volkswagen dort den zweiten Platz hinter Renault; zwischen Januar und September wurden rund 630.000 Pkw neu zugelassen. Ob die Türkei künftig auch als Exportdrehkreuz für weitere internationale Märkte dient, bleibt unter Berücksichtigung von Zoll- und Herkunftsregeln der EU noch zu klären.




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