Die katholische Kirche und die Asylkoordination Österreich haben scharfe Kritik an der geplanten Quotenregelung für Familienzusammenführungen geäußert. Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl betonte in einem Interview mit Ö1, dass das Zerreißen von Familien nicht integrationsfördernd wirke. Laut Grünwidl seien Familien besser integrierbar als Einzelpersonen, zudem sei das Recht auf Familienleben ein grundlegendes Menschenrecht.
Auch die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) lehnt die Quote ab, da sich das Recht auf Familie einer solchen Regelung entziehe. Vizepräsidentin Katharina Renner bezeichnete die Trennung von Familien als grausam und warnte vor großem gesellschaftlichem Schaden in Österreich sowie für Angehörige in Herkunftsländern. Sie hob hervor, dass die Verantwortung für Familienmitglieder einen Anreiz schaffe, möglichst schnell finanziell unabhängig zu werden.
Die Bundesregierung hat am Freitag die neue Niederlassungsverordnung präsentiert, die eine massive Reduzierung der Nachzugszahlen vorsieht. Für das aktuelle Jahr sowie für 2027 ist jeweils eine Quote von nur 314 Personen vorgesehen. Davon ausgenommen sind 60 absolute Härtefälle, denen bereits in diesem Jahr ein Nachzug gestattet wurde. Zum Vergleich kamen vor zwei Jahren noch 9.254 Menschen über den Familienzusammenzug nach Österreich.
Als Begründung für die Begrenzung führt die Regierung unter anderem den Schutz vor einer Überlastung öffentlicher Systeme, wie etwa des Bildungsbereichs, an. Parallel dazu wurden zwei Verordnungen in die Begutachtung geschickt. Kritiker wie die KAÖ und die Asylkoordination Österreich argumentieren hingegen, dass die Quotenregelung gegen EU-Recht verstoße, insbesondere gegen das Recht auf Achtung des Familienlebens.




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