Die weltweiten Bemühungen zur Ausrottung der Masern stehen vor einem erheblichen Rückschlag. Laut einer in „Nature Medicine“ veröffentlichten Analyse von 204 Staaten stiegen die Fallzahlen nach 2020 stark an, nachdem sie zwischen 1990 und 2019 um etwa 80 Prozent gesunken waren. Für das Jahr 2023 schätzen die Forscher die Zahl der Erkrankungen auf 15,6 Millionen Fälle und rund 118.000 Todesfälle, was einem Anstieg der Mortalität um zwölf Prozent gegenüber 2019 entspricht.
Benn Sartorius, Epidemiologe an der University of Washington, und sein internationales Autorenteam warnen, dass stagnierende Impfraten zu einem Wiederaufflammen der Krankheit führen. Während die Quote für die erste Impfung (MCV1) von 67,2 Prozent im Jahr 1990 auf 83,6 Prozent im Jahr 2019 stieg, sank sie bis 2023 leicht auf 81 Prozent. Die zweite Impfung (MCV2) erreichte hingegen einen Anstieg von 14,4 Prozent im Jahr 1990 auf 71,4 Prozent im Jahr 2023.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent, um die Krankheit vollständig auszurrotten. Erreicht wird dies idealerweise im ersten Lebensjahr durch die MMR-Vakzine gegen Masern, Mumps und Röteln. Besonders gefährdet sind Kleinkinder unter 5 Jahren, Erwachsene über 20 sowie Schwangere und immungeschwächte Personen, wobei die Infektion die Abwehrkräfte langfristig schwächt.
Die USA dienen derzeit als exemplarisches Beispiel für die Gefahren von Impfskepsis und Eingriffen in Immunisierungsprogramme. Im Bundesstaat Pennsylvania wurden bis zum 23. Oktober 1338 Fälle gemeldet, die höchste Zahl in einem US-Bundesstaat seit 1991, was zu sechs Todesfällen und 255 Krankenhausaufenthalten führte. In New York wurde zudem der erste Todesfall eines Kindes seit 30 Jahren verzeichnet, wobei die JAMA betont, dass weniger als ein Prozent der Fälle bei vollständig geimpften Personen auftrat.



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