Die Verhandlungen über den Handels-Kollektivvertrag 2027 sind in der zweiten Runde am Dienstagabend ohne nennenswerte Annäherung verlaufen. Im Zentrum des Streits steht die Höhe der Gehaltsanpassung, bei der die Positionen der Verhandlungspartner weiterhin weit auseinandergehen. Während die Arbeitnehmerseite auf höhere Zuwächse drängt, halten die Arbeitgeber an einer moderateren Steigerung fest.

Die Gewerkschaft GPA hatte bereits vor zwei Wochen eine Gehaltserhöhung von 3,8 Prozent gefordert, um die Kaufkraft der Beschäftigten zu sichern. Demgegenüber präsentierten die Arbeitgebervertreter nun ein Gegenangebot, das laut Wirtschaftskammer (WKÖ) ein Plus von 2,1 Prozent vorsieht. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine Einmalzahlung in Höhe von 350 Euro, die als Teuerungsprämie fungieren soll.

Seitens der Arbeitgeber wird betont, dass die Branche derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehe. Trefelik von der WKÖ gab zu verstehen, dass der Handel derzeit „am Limit“ operiere und dieser Umstand zwingend im neuen Kollektivvertrag abgebildet werden müsse. Trotz der Differenzen bezeichnete die Wirtschaftskammer die Gespräche in der zweiten Runde als konstruktiv.

Die Entscheidung über die finale Gestaltung des Vertrags wird nun maßgeblich davon abhängen, ob ein Kompromiss zwischen den 2,1 Prozent der Arbeitgeber und den 3,8 Prozent der GPA gefunden wird. Die Einmalzahlung von 350 Euro soll dabei als attraktiver Anreiz dienen, um die Lücke bei den dauerhaften Gehaltssteigerungen zu schließen. Weitere Verhandlungsschritte sind zu erwarten, um eine Einigung für das Jahr 2027 zu erzielen.