Hongkong hat die Schweiz als weltweit führendes Zentrum für grenzüberschreitendes Vermögen abgelöst. Laut der Studie „Too Rich, Too Thin? Richer Clients, Thinner Margins“ der Londoner Investmentbank Anglo-Suisse Capital belief sich das verwaltete Vermögen in Hongkong im Jahr 2025 auf 2,95 Billionen Dollar, während die Schweiz mit 2,94 Billionen Dollar knapp dahinter lag. Das globale Vermögen vermögender Privatkunden erreichte im selben Zeitraum einen Rekordwert von 98,3 Billionen Dollar.
Der Aufstieg Hongkongs wird maßgeblich durch den China-Faktor vorangetrieben. Gemäß dem Global Wealth Report 2026 der Boston Consulting Group (BCG) stiegen die Offshore-Vermögen in Hongkong 2025 um 10,7 Prozent auf rund 2,9 Billionen Dollar. Haupttreiber seien Kapitalzuflüsse aus dem chinesischen Festland, ein erholter lokaler Aktienmarkt sowie ein wiederbelebter Markt für Börsengänge. Die Zahl der Single Family Offices stieg zudem von 2023 bis Ende 2025 um 25 Prozent auf insgesamt 3.384.
Während die Schweiz, die USA und Großbritannien weiterhin die primären Anlaufstellen für Kapital aus Europa, Lateinamerika und dem Nahen Osten bleiben, konzentrieren sich Hongkong und Singapur auf asiatische Vermögen. Die Boston Consulting Group prognostiziert, dass der Abstand zwischen Hongkong und der Schweiz bis zum Jahr 2030 auf fast 600 Milliarden Dollar anwachsen wird. Die Stadt lockt wohlhabende Kunden insbesondere mit niedrigen Steuern, verfügbaren Fachkräften und einem starken Kapitalmarkt.
Gleichzeitig stehen europäische Privatbanken unter Druck, da die Ertragsmargen von 76 auf 73 Basispunkte sanken. Die Kundenloyalität nimmt ab: Nur noch 19 Prozent der vermögenden Kunden nutzten 2025 ein einziges Haus, verglichen mit 39 Prozent im Jahr 2019. In der Schweiz zeigt sich ein Trend zur Konsolidierung; so zählte KPMG im Jahr 2026 noch 79 Privatbanken, gegenüber 156 im Jahr 2010. Anglo-Suisse erwartet, dass die Zahl bis Ende 2027 auf unter 75 sinken wird.
Im Bereich der digitalen Assets bleibt die Entwicklung moderat. Von 270 untersuchten Banken bieten lediglich 19 einen direkten Zugang zu Krypto-Werten an, zehn davon über Partner. Die Studie prognostiziert, dass Partnerschaften der Hauptweg bleiben und bis Ende 2027 mindestens eine weitere große Privatbank direkten Token-Zugang ermöglichen wird. Ein Beispiel für die Annäherung ist Ripple, das kürzlich eine US-Banklizenz als Treuhandbank erhielt.



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