Der chinesische Automobilhersteller Great Wall Motor (GWM) hat seinen Markteintritt in Österreich erneut verschoben. Während der künftige Importeur Grand Automotive im August noch einen Start für das vierte Quartal 2026 angekündigt hatte, sieht der auf dem GWM Tech Day in Mailand vorgestellte Plan nun das erste Quartal 2027 vor. Zuvor hatte GWM Ende 2023 noch einen Start für den Sommer 2024 in Aussicht gestellt. Neben Österreich sollen zu diesem Zeitpunkt auch Tschechien, Rumänien, Ungarn und Griechenland erschlossen werden.

Für den österreichischen Markt plant GWM den Einsatz von zwei unterschiedlichen Modellen. Der Ora 5, ein 4,47 Meter langes Kompakt-SUV, soll als Volumenmodell fungieren und eine breite Antriebsstrategie verfolgen. In Deutschland wird das Modell bereits als 1,5-Liter-Turbobenziner mit 160 PS ab 26.990 Euro sowie als Vollhybrid mit 223 PS ab 28.990 Euro angeboten. Eine Elektroversion sowie ein Plug-in-Hybrid sind für Anfang 2027 angekündigt.

Ergänzt wird das Portfolio durch den Haval H7, ein 4,68 Meter langes SUV für Familien und Freizeitfahrer. Dieses Modell bietet verschiedene Hybridvarianten, darunter einen Vollhybrid mit rund 247 PS sowie einen Plug-in-Hybriden mit dem Hi4-Allradantrieb, der bis zu 435 PS und eine elektrische Reichweite von rund 129 Kilometern leistet. Welche spezifischen Motorisierungen und Preise Grand Automotive für Österreich festlegt, ist derzeit noch nicht bekannt.

Parallel zum Markteintritt investiert GWM in die lokale Fertigung, um Wettbewerbsvorteile zu sichern. Im ersten Quartal 2027 soll in Kooperation mit Bulgarian Automotive Industry nahe Lovech die Produktion des elektrischen Ora 5 starten, mit einer geplanten Kapazität von bis zu 50.000 Fahrzeugen pro Jahr. Diese Strategie dient dazu, die finanziellen Auswirkungen des EU-Ausgleichszolls von 20,7 Prozent auf in China produzierte Elektroautos zu mindern.

GWM, das 1984 gegründet wurde und in über 170 Ländern aktiv ist, tritt in einem bereits kompetitiven Umfeld an. In Österreich sind bereits Marken wie MG mit 51 Vertriebspartnern sowie BYD mit über 50 Standorten etabliert. Zudem konkurriert das Unternehmen, zu dem auch die Marken Wey und Tank gehören, mit Anbietern wie XPeng und Leapmotor.